02.10.2007

Biberkopf (2599 m) / Allgäuer Alpen

Heute haben wir uns vorgenommen den mit 2599 m höchsten Gipfel unseres Herbsturlaubs zu erklimmen. Es handelt sich um den Biberkopf, der uns schon die letzten Tage immer direkt von unserer Unterkunft aus angelächelt hat. Nach dem Frühstück, das wir pünktlich um 8:00 Uhr beginnen, entfällt heute die Anfahrt und wir starten direkt hinter dem Haus auf der Schrofenwies um 8:45 Uhr den Anstieg. Bereits nach wenigen Metern weist uns ein verwittertes Holzschild den rechten Weg.

Die richtige Richtung wäre für uns aber auch so kein Problem gewesen, den das heutige Ziel ist die nächste Zeit immer vor unseren Augen. Die Wiese endet irgendwann in einem mit Latschenkiefern bewachsenen Hang, an dessen Ende wir um 9:40 Uhr die Hundskopfhütte erreichen und eine erste Pause einlegen. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Höllenspitze und Mittagspitze auf der anderen Seite des Lechtals.

Nach 25 Minuten in der Sonne geht es schließlich weiter die Geländstufe östlich des Hundskopfs hinauf. Oben angekommen schlagen wir den linken Weg ein, der uns in stetigem Auf und Ab näher an den Gipfelaufbau des Biberkopfes heranführt. Auf diesem Teil des Weges eröffnet sich im Westen der Blick auf Widderstein und Geißhorn sowie auf die Schafalpenköpfe. Ebenfalls fällt uns beim genaueren Hinsehen die Mindelheimer Hütte auf, die unterhalb des Kemptner Köpfls in den Grashängen steht.

Bald kommen wir in steiles Gelände, in dem wir in Serpentinen immer näher an den Felsaufbau des Gipfels herankommen. Auf dem Weg hier liegen jetzt noch einige Schneereste und wo der Schnee schon getaut ist, ist es unangenehm matschig und rutschig. Wir meistern den beschwerlichen Weg und kommen bald auf der Schulter an, von wo wir jetzt die Nordseite des Berges und den größten Teil der Rappenalpen überblicken können. Um 11:20 Uhr betreten wir schließlich Felsgelände, das uns zunächst noch auf der Südseite näher an den Gipfel und auch langsam bergauf führt.

Bald wechselt der Steig jedoch auf die Nordseite und hier liegt doch noch einiger Schnee. Seit dem Schlechtwettereinbruch sind wir die ersten, die den Aufstieg hier wagen. An einer Stelle ist der gesicherte Weg nicht begehbar und wir weichen oberhalb in die Felsen aus, was von uns einige Kletterfertigkeit verlangt. Auf dem gesamten Weg machen wir immer wieder kurze Pausen um uns kurz zu erholen, vor allem ich habe heute das Gefühl zu wenig gegessen zu haben. Das Gelände wird zum Glück wieder einfacher und nach einer luftigen Gratüberschreitung treffen wir auf den Weg, der von der Rappenseehütte heraufführt.

Auch aus dieser Richtung sind im Schnee keine Fußspuren zu sehen. Jetzt kommen wir nach einigen Metern zur Gipfelrinne, in der wir steil unter Zuhilfenahme der vorhandenen Sicherungen aufsteigen. Etwa auf halber Strecke überholt uns noch ein Paar mit starkem schweizer Akzent und kommt vor uns auf dem Gipfel an. Wir schaffen es aber natürlich auch und kommen um 12:10 Uhr einigermaßen erschöpft am Gipfelkreuz an. Jetzt wird natürlich eine Rast eingelegt und auch der Eintrag ins Gipfelbuch darf nicht fehlen. Heute sind wir noch näher an den richtig hohen Bergen des Allgäus und so schieße ich jede Menge Fotos von den greifbar nah erscheinenden Bergen.

Um 12:55 Uhr begeben wir uns schließlich wieder auf den Abstieg, in der im Schatten liegenden Gipfelrinne holen wir uns gleich wieder kalte Finger,kommen aber gut herunter. Die schwierige Stelle im Aufstieg umgehen wir dann geschickt auf dem Grat und verlassen gegen 13:40 Uhr die Felsen. Jetzt blicken wir wieder hinab nach Lechleiten.

Auch bergab machen die matschigen Pfade nur sehr wenig Spaß, doch glücklicherweise fällt niemand auf seinen Allerwertesten und so saut sich auch keiner ein. Nur im Profil unserer Bergschuhe hat sich der Matsch inzwischen ordentlich festgesetzt. Nachdem wir die steilen Serpentinen hinter uns gelassen haben, schlagen wir jetzt den alternativen Weg ein, der uns etwas östlicher bergab führt. Am Wegweiser Richtung Mäuerleshütte machen wir dann um 14:20 Uhr noch einmal eine Pause und stärken uns für den restlichen Abstieg. Zwanzig Minuten später brechen wir wieder auf und werfen noch einen Blick zurück zum Biberkopf, dessen plattige Felsen in der Sonne glänzen.

Um 15:00 Uhr sind wir wieder an der Hundskopfhütte angelangt und marschieren gleich weiter in Richtung Lechleiten, wo wir letztlich um 15:55 Uhr wieder an unserer Unterkunft eintreffen.

Auf unserer Tour haben wir heute in insgesamt 7:10 h und 5:35 h reiner Gehzeit eine Strecke von 7,7 km mit einem Aufstieg von 1353 m und einem Abstieg von 1353 m bewältigt.

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