13.12.2020

Gaustatoppen - Vom Winde verweht am 19.06.2018

Mehr als 20 m/s in absolut ungeschütztem Gelände - Heute ist Stehvermögen gefragt

Wir packen zusammen und fahren die Pass-Straße hoch nach Starvsro, wo der Anstieg zum Gaustatoppen beginnt. Die eigentliche Saison, in der man von Rjukan aus auch mit dem Bus hierher kommt, beginnt erst nächste Woche.

Auf dem Parkplatz stehen schon einige Gleichgesinnte und auch wir setzen die Rucksäcke auf und starten unsere Bergtour. Wir beginnen mit Elan, nur der Wind wird immer stärker, vor Allem auf dem Sattel vor dem letzten Aufstieg kommen wir kaum voran. Jetzt wissen wir auch, warum wir Handschuhe, Sonnenbrillen und Kapuzen dabei haben. Nach 2 Stunden erreichen wir den Turm auf dem Gipfel, einige andere Wanderer sind bereits unterwegs umgekehrt. Den Grat bis zum höchsten Punkt gehen wir nur bis zur Hälfte, aus der Westwand bläst es Eis nach oben, also geht es zurück und nach kurzer Pause im Windschatten an den Abstieg.


Zum Gipfel des Gaustatoppen fährt eine Zahnradbahn im Inneren des Berges, so dass auch einige eher unangemessen gekleidete Besucher auftauchen. Eine Familie trägt ihr wegen des starken Windes schreiendes Kind zum Aussichtspunkt."Skrike og skråle" in voller Lautstärke. So kann man auch dafür sorgen, dass jemand nie wieder in die Berge will. Auf dem Weg nach unten wird der Wind nochmals stärker. Dreht man sich mit dem Rücken gegen die Windrichtung kann man nicht mehr rückwärts umfallen, selbst wenn man wollte. Bei Sonnenschein und kaum Bewölkung haben wir solch eine Windgeschwindigkeit noch nie erlebt. Aus Interesse schaue ich unten nach: 20 m/s oder 72 km/h, das gilt ganz knapp noch nicht als Sturm. Trotzdem stark genug und eine interessante Erfahrung.

Zurück im WoMo machen wir uns einen heißen Tee und ruhen uns noch eine Weile aus. Draußen bläst es ein paar Österreichern den Deckel der Dachbox vom Wagen und die Unterhosen segeln durch die Luft. Wir fahren bald weiter weiter an den Tinnsjø. Bislang war die Verfügbarkeit von Tankstellen immer sehr gut, aber heute haben wir Pech: Zwei Tankstellen hintereinander sind geschlossen und wir haben eine einsame Passstraße vor der Nase. So fahren wir doch wieder zurück nach Rjukan und westlich um die Hardangervidda herum. Unser Cruiser steht mit uns jetzt für die Nacht nahe der Passhöhe am Haukelivegen. Hier liegt noch etwas Schnee auf den Anhöhen und ein kleiner Regenschauer beschert uns einen vollen Regenbogen. Die Heizung ist zum ersten Mal eingeschaltet, denn bei Temperaturen knapp über 0° C wird es schnell frisch in unserem rollenden Zuhause.

Den Track zur Tour gibt es bei alltrails.


Die Bilder gibt es bei www.23hq.com oder ein paar direkt hier:

Bitte den Hinweis zu unseren Tourenberichten beachten!


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