28 - 29.03.2009

Hörnertour mit Schneeschuhen / Allgäuer Alpen

Nachdem unsere Schneeschuhpremiere am Feldberg jede Menge Spaß gemacht hat, haben wir uns jetzt ein Ziel in den Allgäuer Alpen ausgesucht. Auf einer geführten Tour mit der Bergschule OASE aus Oberstdorf wollen wir die Hörnergruppe erkunden.

Treffpunkt ist am Samstag früh um 10:00 Uhr am Bahnhof in Oberstdorf und nachdem sich alle Teilnehmer eingefunden haben und das Material ausgegeben ist, geht es mit einem kleinen Bus hinauf zum Riedbergpass und dort ins Skigebiet Grasgehren.

Wir haben schon die letzen Tage argwöhnisch den Wetterbericht und vor allem den Lawinenlagebericht verfolgt und hatten schon befürchtet mit einer Absage rechnen zu müssen, da Neuschnee die Lawinenwarnstufe für das Allgäu bis auf LWS 4 hat ansteigen lassen. Unser Bergführer Martin klärt uns auf, dass die Lawinenlage sehr wohl zur Zeit angespannt ist. Jedoch versichert er uns, dass er kein Risiko eingehen wird und die Tour dennoch möglich ist, wenn auch mit dem einen oder anderen Umweg.

Einige Meter abseits der Skipiste legen wir unsere Schneeschuhe und das LVS-Gerät an, während wir den Blick über Grasgehren hinweg in Richtung Besler und Widderstein schweifen lassen.

Um 11:20 Uhr geht es dann endlich los, wir profitieren von einer Föhnwetterlage und so marschieren wir bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Riedberger Horn. Bereits auf dem Anstieg zum Grat zwischen Wannenkopf und Riedberger Horn legen wir eine erste kurze Pause ein. Die Sonne lässt uns mächtig schwitzen, so dass wir die Jacken ausziehen müssen. Dabei eröffnet sich uns langsam der Blick in die Allgäuer Bergwelt.

Wir stapfen weiter moderat bergauf und erreichen bald den Grat. Jetzt wenden wir uns nach Westen und gehen auf das Riedberger Horn zu. Um 12:35 Uhr haben wir schließlich den Gipfel erreicht und machen eine Pause, bei der wir das Bergpanorama bewundern können. Endlich haben wir die Allgäuer Alpen auch einmal im Winter direkt vor der Nase. Unser Blick schweift vom Allgäuer Dreigestirn mit Trettachspitze, Mädelegabel und Hochfrottspitze über das Hohe Licht bis zum Biberkopf.

Die prominentesten Gipfel des Hauptkamms werden natürlich so weit wie möglich herangezoomt.

Auch der Hochvogel darf nicht fehlen.

Bereits bei der Pause auf dem Gipfel wird klar, dass die Wetterlage sich bald ändern wird. Der Föhn bricht bereits zusammen und von Süden ziehen Wolken heran. Wir brechen also um 12:50 Uhr wieder auf und gehen zunächst auf dem Aufstiegsweg zurück. An einer nicht allzu steilen Stelle verlassen wir den Grat und steigen hinab ins Bolgental.

Der Himmel ist jetzt bereits wolkenverhangen und die beiden Gruppen, die wir nun aus der Ferne oben auf dem Grat bei den letzten Metern zum Gipfel des Riedberger Horns beobachten können, werden keine Aussicht mehr genießen können. Unser Weg führt uns jetzt durch die tiefverschneite Landschaft nach Norden bis zum Berhaus Schwaben, unserer Unterkunft für die heutige Nacht, an der wir bereits um 14:00 Uhr bei einsetzendem Schneefall ankommen.

Wir beziehen komfortable Zweibettzimmer und nach einer kurzen Erfrischung im Gastraum treten wir noch einen Abstecher auf den Großen Ochsenkopf an. Der Gipfel liegt direkt oberhalb der Hütte und ist um 16:15 Uhr nach einem 25-minütigen Aufstieg erreicht. Oben messen wir mit der Lawinensonde die Schneehöhe und stellen fest, dass an einigen Stellen mehr als 2 Meter liegen, da die Sonde teilweise nicht den Boden erreicht.

Nach kurzer Pause geht es wieder hinab zur Hütte und um 16:40 Uhr können wir die Schneeschuhe für heute abschnallen. Wir machen uns frisch und lassen uns danach alle zusammen den Schweinebraten schmecken. Am Tisch wird noch eine Runde geplaudert, bis wir alle recht früh ins Bett verschwinden.

Am nächsten Tag gibt es um 8:00 Uhr ein ausgiebiges Frühstück, das uns gestärkt um 9:10 Uhr auf die eigentliche Hörnertour starten lässt. Zuvor haben wir noch vom Hüttenwirt die gute Nachricht erhalten, dass der Lawinenlagebericht für heute auf LWS 2 gesunken ist, unserer Unternehmung sollte also nichts mehr im Weg stehen. Wir steigen jetzt zunächst durch den Wald hinauf zum Weiherkopf, unserem ersten Gipfel des Tages. Um 10:10 Uhr halten wir den sehr eingeschränkten Blick hinüber Richtung Nebelhorn fest.

Weiter geht es zunächst auf einer Pistenraupenspur bergab, bis wir an einer Hangquerung vor dem Aufstieg zum Rangiswanger Horn ankommen. Die Querung in einem doch recht steilen Hang gehen wir mit dem nötigen Sicherheitsabstand und treffen erst am Südgrat des Rangsiwanger Horns wieder zusammen. Der Grat zum Gipfel trägt erstaunlich mächtige Wächten, die von uns umgangen werden müssen.

Um 11:20 Uhr stehen wir dann auf dem Gipfel des Rangiswanger Horns und machen eine viertelstündige Pause.

Die Sicht hat sich nicht wesentlich gebessert, doch wenigstens können wir mit dem Sigiswanger Horn bereits unseren nächsten Gipfel erblicken.

Wir brechen auf und nach einem Abstieg durch den Tiefschnee auf der Ostseite des Rangiswanger Horns beginnen wir mit dem Aufstieg zum Sigiswanger Horn, dessen unspektakulären Gipfel wir um 12:15 Uhr erreichen. Ohne Pause gehen wir weiter und treffen bald auf unseren letzten längeren Abstieg zum Sattel vor dem Ofterschanger Horn. Der letzte Aufstieg zum Ofterschwanger Horn kann uns nicht mehr schocken und so meistern wir um 12:50 Uhr unseren sechsten und letzten Gipfel der letzten 2 Tage.

Jetzt geht es nur noch kurz bergab ins Ofterschwanger Skigebiet und in der Weltcuphütte lassen wir die Tour ab 13:15 Uhr bei einer Erfrischung ausklingen. Bald fahren wir mit dem Lift ins Tal und werden dort von Nieselregen erwartet. Ein Bus bringt uns wieder zurück nach Oberstdorf, wo wir uns von unserer Gruppe und unserem Bergführer verabschieden.

Die Tour hat trotz dem nicht ganz so tollen Wetter am zweiten Tag jede Menge Spaß gemacht und die Alpen werden uns sicher zukünftig auch im Winter das eine oder andere Mal zu Gesicht bekommen.

Mehr Bilder gibt es hier oder direkt hier:

Bitte den Hinweis zu unseren Tourenberichten beachten!


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