13.12.2020

Top of Norway 25./26.06.2018

Jotunheimen - Die höchsten Berge Skandinaviens

Die beiden höchsten Berge des Jotunheimen-Gebirges lassen sich aus dem Visatal besteigen. Die kleine Hüttensiedlung Spiterstulen stellt dabei die Basisstation dar. Um hierher zu gelangen, muss man allerdings eine kleine Forststraße befahren, auf der nicht nur einige wacklige Holzbrücken überquert werden wollen, sondern auch immer wieder mit tierischem Gegenverkehr von grasenden Kühen gerechnet werden muss. Einmal angelangt bietet Spiterstulen einen kleinen Parkplatz für den Cruiser und mit der Parkgebühr erwirbt man gleichzeitig Zugang zu den Sanitärräumen mit warmer Dusche. Wer mehr Komfort benötigt, kann sich eine Hütte oder ein Zimmer mieten. Wer mit noch weniger auskommt, stellt einfach sein Zelt auf die Wiese auf der anderen Seite des Flusses.Bei unserem Besuch haben wir bestes Wetter und können so gleich beide Gipfel unter die Sohlen nehmen.

Galdhøpiggen 2469 moh.

Für den Vormittag ist noch ein wenig dichtere Bewölkung angesagt, also haben wir kein schlechtes Gewissen, als wir uns keinen Wecker für heute stellen. So kriechen wir erst gegen 9:30Uhr aus der Koje und frühstücken ordentlich.


Um 11:00 Uhr wandern wir schließlich los zu unserer ersten Bergtour in Jotunheimen. Direkt auf der anderen Seite des Flusses beginnt der Anstieg zum höchsten Berg Norwegens, dem Galdhøpiggen. Zunächst geht der Weg in Serpentinen durch Buschland, in dem auch noch Schafe weiden. Weiter oben wird es dann felsiger, bis der Schnee die Überhand gewinnt. Bevor man auf den Gipfel kommt, sind noch zwei Nebengipfel zu überschreiten, was jedes Mal auch wieder etwas Höhenverlust bedeutet, der wieder aufgeholt werden will. Gegen 14:30 Uhr stehen wir nach einem Schluss-Spurt durch die letzte steile Schneeflanke am Gipfel - höher werden wir bei unserer Reise durch den Norden nicht mehr kommen, denn der Galdhøpiggen ist nicht nur der höchste Berg Norwegens sondern ganz Skandinaviens.


So ist es nicht verwunderlich, dass sich hier auch alle Nationalitäten treffen, neben Norwegern, Schweden und Finnen haben wir auch Isländer gesehen.Bei dem unverstellten Ausblick über die vergletscherten Berge Jotunheimens fällt die Gipfelrast lange aus. Kein Problem, der Tag ist ja noch lange und das Wetter ist weiter gut gemeldet. Als wir nach einer kurzen Inspektion der Gipfelhütte wieder nach unten aufbrechen, sind die Schneefelder eine große Hilfe. Bergab springen und rutschen wir in Rekordzeit zurück zum Cruiser.Nach der wohltuend warmen Dusche wartet ein Riesentopf Linsen auf uns,die 1 400 Höhenmeter machen einfach hungrig.

Glittertind 2464 moh.


Der Glittertind ist schon so ein kleiner Drecksack: Erst lässt er einen mal 8 km laufen, bevor sich in Richtung Höhenmeter signifikant etwas rührt, dann will er, dass man seinen steilen Geröllhang erobert, nur um seinen eisbedeckten Gipfel für eine weitere Stunde zu verstecken. Aber er hat auch so einiges zu bieten. Zuallererst mal Einsamkeit, vor allem im Vergleich zum Galdhøpiggen auf der anderen Seite des Tales. So ist das halt, wenn einem das Eis schmilzt und man den Status des Höchsten abgeben muss. Trotzdem ist der Gipfel den Aufstieg wert,dank des warmen Wetters gibt es wunderbaren Trittschnee (die Steigeisen bleiben im Rucksack) und die Wächten Richtung Nordosten haben noch immer beeindruckende Ausmaße. Hier muss man gut abwägen, wie weit man sich an die Kante wagt.


Wir halten immer sicheren Abstand und bleiben auf ausgetretenen Spuren.Der Ausblick auf den Galdhøpiggen und seine Gletscher lässt uns zweifeln, ob wir gestern noch dort drüben waren, aber das sagen wir morgen über die heutige Strecke bestimmt auch, wenn wir nochmal die Karte studieren. Auf dem Rückweg überholen wir noch zwei Wanderer, die sich mit mindestens 20 kg auf dem Rücken im Schneckentempo Richtung Spiterstulen schleppen. Wer auf einer mehrtägigen Wanderung hier in der Gegend unterwegs ist, muss eben nicht nur sein Zelt samt Schlafsack und Isomatte, sondern auch noch jede Menge Proviant mit sich herumtragen. Zurück am WoMo ziehen wir Bilanz: Wieder haben wir 1 400 Höhenmeter in den Knien und fast 20 km auf dem Tacho.Unser Kurztrip ins Jotunheimen-Gebirge war ein toller Erfolg und so rollen wir zufrieden wieder auf der Holperstrecke zurück in die Zivilisation nach Lom.

Den Track zur Tour auf den Galdhøpiggen gibt es hier und den Track zur Tour auf den Glittertind gibt es hier.


Die Bilder gibt es bei www.23hq.com oder ein paar direkt hier:

Bitte den Hinweis zu unseren Tourenberichten beachten!


nach oben