19.08.2008

Über den Hohen-Gang-Steig und die Coburger Hütte zum Vorderen Drachenkopf (2303 m) / Mieminger Kette

Heute nimmt sich unser Hausherr Zeit für uns und will uns ein wenig die Gegend zeigen. Wir fahren gemeinsam mit ihm und seiner Pflegehündin zur Talstation der Ehrwalder-Alm-Bahn und brechen dort um 7:50 Uhr zu unserer Wanderung auf. Zunächst will uns unser Führer den Seeben-Klettersteig zeigen, weil er diesen eventuell noch diese Woche mit uns begehen will. So laufen wir zunächst in Richtung der Seeben-Wand und eilen zum Einstieg des Klettersteigs.

Am Steig angekommen schauen wir uns die steile Wand an, durch die sich der Klettersteig schlängelt. Respektvoll wenden wir uns bald ab und laufen gemeinsam weiter. Jetzt verlassen wir den Weg und laufen quer durch den Gebirgswald, um hinüber zum Hohe-Gang-Steig zu queren. Mit einigen Mühen erreichen wir tatsächlich nach einer Weile den Weg und bewegen uns jetzt endlich bergauf. Erstaunlich ist vor allem wie die Hündin den Weg meistert. Auch auf felsigen Kletterpassagen hat sie keine Angst und übernimmt meist die Führung unserer Gruppe.

Der Steig wird erst im oberen Teil felsig und hier sind auch einige Drahtseil-Sicherungen angebracht, die Strecke ist abwechslungsreich, aber nicht zu schwierig. Wenn man sich umdreht, hat man schon im Aufstieg einen schönen Blick hinab nach Ehrwald, hinüber zur Wettersteinwand und auch auf den gestern von uns bestiegenen Daniel, über dem interessante Wolkenformationen zu sehen sind.

Um 10:00 Uhr haben wir den Ausstieg des Steigs erreicht und verabschieden uns hier von unserem Fremdenführer, der wieder absteigen muss, da er mittags zur Arbeit muss. Auf uns alleine gestellt wandern wir die wenigen Meter zum Seebensee.

Am Südufer machen wir gegen 10:35 Uhr eine erste Pause und studieren den einmaligen Blick zum Wetterstein.

Um 11:10 Uhr laufen wir weiter und begeben uns auf den Weg zur Coburger Hütte. Die Höhenmeter zur Hütte bewältigen wir trotz der inzwischen ordentlichen Hitze recht fix, als wir aber dort um 11:50 Uhr ankommen ist erst einmal ein kühles Getränk im Schatten fällig. Von hier aus hat man auch einen schönen Überblick über den Tajakante-Klettersteig, der im Nordosten vom Seebensee auf den Vorderen Tajakopf führt.

Während wir uns ausruhen, sehen wir zwei Klettersteigler, die schon kurz nach dem Einstieg wieder umkehren, da der Steig ihnen wohl zu schwer ist. Um 12:15 Uhr brechen wir wieder auf und gehen nach Westen in Richtung Biberwierer Scharte, dabei haben wir die Ehrwalder Sonnenspitze immer im Blick.

Da ich noch recht fit bin, schlagen wir den Weg zum Vorderen Drachenkopf ein. Heute sollen unsere Walkie-Talkies zum ersten Mal zum Einsatz kommen, denn um 12:45 Uhr trennen sich unsere Wege.

Ich gehe also alleine weiter und der Weg zum Gipfel führt mich erst durch Geröll an die Südseite des Bergs und dann durch brüchiges Gelände, das auch ein wenig Kletterfertigkeit verlangt. Um 13:20 Uhr kann ich vom Gipfel den erfolgreichen Aufstieg melden und nach kurzer Pause trete ich wieder den Abstieg an.

Schon um 13:40 Uhr verlasse ich den felsigen Gipfelaufbau und am Treffpunkt geht es jetzt hinüber zu Biberwierer Scharte und um 14:25 Uhr beginnt der lange Abstieg nach Ehrwald.

Der Weg ist recht steil und geht ordentlich in die Knie. Erst um 16:25 Uhr sind wir im Lärchenwald in der Nähe der Ortschaft. Wir haben jetzt wieder freien Blick auf die Wettersteinwand, deren Krone von einer Wolkenhaube leicht verhüllt ist.

Leider passiert danach noch ein folgenschwerer Fehler, denn als wir quer über die Wiesen eine Abkürzung zu unserer Unterkunft nehmen wollen, verkalkulieren wir uns gewaltig. Wir stehen bald an einem Bach, der zu breit zum Überqueren und zu tief zum Durchwaten ist. Wir müssen also wieder zurück und einen Umweg von sicher 2 km in Kauf nehmen. So ist es kein Wunder, dass wir erst um 17:45 Uhr total erschöpft in der Ferienwohnung ankommen.

Auf unserer Tour haben wir heute in insgesamt 9:55 h und 8:10 h reiner Gehzeit eine Strecke von 18,1 km mit einem Aufstieg von 1735 m und einem Abstieg von 1857 m bewältigt.

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