03.06.2011

Wampeter Schrofen (2511 m) / Mieminger Kette

An unserem letzten Tag in der Mieminger Kette meint es das Wetter glücklicherweise noch einmal gut mit uns. Der Himmel ist schon am frühen Morgen blau und nur über dem Seebensee zeigt sich noch ein Wolkenband, das den Bildern in Richtung Wetterstein eine schöne Note verpasst.

Heute brechen wir nach dem Frühstück um 8:35 Uhr von der Coburger Hütte auf, um über die Biberwierer Scharte wieder hinunter ins Tal abzusteigen. Am heutigen Tag bietet es sich an, auf dem Weg noch einen Gipfel mitzunehmen und so haben wir uns den weglosen Anstieg auf den Wampeter Schrofen vorgenommen. Wir begeben uns also zunächst auf den Weg Richtung Biberwierer Scharte und biegen bald auf den markierten Steig in Richtung Vorderem Drachenkopf ab. Hier machen wir die ersten Höhenmeter und unser Ziel kommt in unser Blickfeld.

Auch die Sonnenspitze sieht aus diesem Blickwinkel garniert mit letzten Wolkenfetzen sehr imposant aus.

Wo der Weg zum Drachenkopf nach Osten abbiegt wenden wir uns nach Südwesten und steuern durch das Schwärzkar in einigem Auf und ab durchs Geröll und über einige Restschneefelder auf die südliche Ecke des Wampeter Schrofen zu. Unterwegs können wir noch die Berge in der näheren Umgebung wie z.B. den Grünstein im Sonnenlicht begutachten.

Um 10:00 Uhr kommen wir schließlich am Fuß des Wampis an und suchen bei einer kurzen Pause nach einer Aufstiegsmöglichkeit. Schließlich wählen wir eine steile Rinne aus, deponieren unsere schweren Rucksäcke und klettern durch schrofiges Gelände nach oben.

Einige wenige Steinmänner helfen bei der Orientierung und nach ca. 100 Höhenmetern erreicht man ein breiteres Band, auf dem wir nach Norden queren, um unter die Wand des Kreuzgipfels zu gelangen.

Das Gelände wird jetzt steiler und wir klettern nördlich des Gipfels in arg brüchigem Gelände im oberen II. Schwierigkeitsgrad nach oben. Hier gilt es sehr konzentriert jeden Griff und Tritt vor der Belastung zu prüfen. Um 10:40 Uhr haben wir es dann aber doch geschafft und stehen auf dem Kreuzgipfel des Wampeter Schrofens. Es folgt der Eintrag im Gipfelbuch und bei einer Rast können wir den Blick ins weite Rund genießen. Im Nordwesten zeigt sich der Danielkamm der Ammergauer Alpen.

Im Süden sieht man in der Ferne die noch schneebedeckten Gipfel der Ötztaler Alpen.

Um 11:00 Uhr haben wir genug gesehen und beginnen nach einem kurzen Blick zurück zum Gipfelkreuz mit dem Abstieg.

Wir steigen jetzt südlich des Gipfels in die erste Rinne ein und hoffen auf einen etwas angenehmeren Weg zurück ins Schwärzkar. Von den Kletterschwierigkeiten wird es hier jetzt auch etwas leichter, allerdings hat man es immernoch mit üblem gerölldurchsetzten Bruchgelände zu tun, so dass der Abstieg ebenso mit Vorsicht zu genießen ist. Als wir wieder auf dem breiten Band im Mittelteil ankommen sehen wir, dass sich am Anfang der Rinne auch ein roter Punkt als Markierung befindet. Es handelt sich also um den üblichen Aufstiegsweg und wir haben den Einstieg auf dem Weg nach oben verpasst.

Auch beim weiteren Abstieg ins Kar wollen wir einen anderen Weg ausprobieren und nehmen eine Rinne weiter im Süden. Die Rinne ist angenehmer zu gehen, nur auf den letzten Metern muss etwas schwieriger geklettert werden, um ins Kar zu kommen. Bald stehen wir wieder bei unseren Rucksäcken und schauen noch ein wenig in die Runde bevor wir weitergehen.

Wir queren jetzt unterhalb des Wampis durch die Geröllflanke nach Norden in Richtung Sonnenspitze, passieren den Schartenkopf zu unserer Linken und kommen um 13:00 Uhr in der Biberwierer Scharte wieder auf dem markierten Weg an.

Den uns schon bekannten Abstieg nach Biberwier bewältigen wir in 1 ¾ Stunden und blicken aus dem Tal noch einmal zurück nach oben, bevor es mit dem Auto nach einem schönen Kurzurlaub wieder ab nach Hause geht.

Den Wampeter Schrofen empfehlen wir nur Bergsteigern, die sich in brüchigen Schrofen sicher bewegen können und einen gewissen Orientierungssinn mitbringen.

Den Track zur Tour gibt es bei www.wandermap.net, mehr Bilder gibt es bei www.23hq.com oder direkt hier:

Bitte den Hinweis zu unseren Tourenberichten beachten!


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