14.05.2016

Frühjahrstour zur Weilheimer Hütte Mai 2016

Das erste verlängerte Wochenende des Jahres steht an und es ist perfektes Frühsommer-Wetter angesagt. In den Tagen zuvor hat es in den Alpen noch ein paar Niederschläge gegeben, aber unterhalb von 1800 Metern existiert südseitig schon seit längerem keine Schneeauflage mehr, so dass sich die bayrischen Voralpen als Spielwiese für ein kleines 2-Tages-Abenteuer anbieten.
"Wenn schon - Denn schon" sagen wir uns und planen dem Winterraum der höchsten Hütte der Voralpen, der Weiheimer Hütte, einen Besuch abzustatten. Die Hütte startet am darauffolgenden Pfingstwochenende in die Saison, so dass sich jetzt die letzte Gelegenheit für eine gemütliche Übernachtung im Winterraum bietet.

Kareck und Aufstieg Weilheimer Hütte 05.05.2016

Wieder einmal heißt es früh aufstehen, um den ersten Zug nach Süden zu erwischen. Um 5:03 Uhr geht es in Aschaffenburg los. Bis nach Treuchtlingen ist auf die Deutsche Bahn Verlass, dann kommen wir allerdings zu spät in Donauwörth an und der Anschlusszug nach München ist leider schon abgefahren. Im weiteren Verlauf heißt das, dass wir eine Stunde später als geplant, nämlich erst um 13:15 Uhr in Klais zwischen Garmisch und Mittenwald aussteigen und unseren Aufstieg zur Hütte beginnen können.
Die ersten Kilometer geht es noch flach zum Grubsee und dann zum doch beeindruckend großen Barmsee, wobei der Blick nach Südosten ins noch tief verschneite Karwendel das Highlight ist. Am Nordufer des Barmsees machen wir eine erste kleine Trinkpause bevor es an den Aufstieg durch die Finzbachklamm geht.

Durch die Klamm führt ein schmaler, landschaftlich sehr reizvoller Pfad, bei dem sich immer wieder schöne Blicke hinter der nächsten Biegung auftun. Besonders im oberen Teil befindet sich eine Stelle mit atemberaubendem Tiefblick. Bald kommen wir aus der Klamm heraus auf den Forstweg, der uns bald zum Soiernkreuz führt, einer Weggabelung, zu der man sich im Sommer auch mit dem Almbus fahren lassen kann. Ab hier kommen uns immer wieder vereinzelt Wanderer oder Mountainbiker entgegen, die wieder auf dem Weg ins Tal sind. Wir müssen noch ordentlich weiter bergauf, vor der Abzweigung Richtung Weilheimer Hütte ruhen wir uns noch kurz mit Blick auf den Bischof aus. Auf dem schmaleren Fahrweg der jetzt ins Kar zwischen Krottenkof und Bischof führt sind wir dann alleine und als wir in den Kargrund eintreten, so auf ca. 1800 m zeigt sich der erste Schnee.

Es sind wenige Spuren im Schnee und man muss aufpassen nicht zu tief einzusinken, logischerweise kommen wir jetzt auch mit unserem ganzen Gepäck viel langsamer voran. Jetzt wird es doch noch winterlich, wenn man in die Nordflanke des Bischofs sieht und auch die Südseite des Krottenkopfs ist noch nicht ganz ausgeapert. Die Spuren im Schnee führen uns bald in das steile Gelände unterhalb des Karecks und bald ist klar, dass unsere Vorrausgänger nicht den direkten Weg zur Weilheimer Hütte eingeschlagen haben, sondern zum Verbindungsweg vom Henneneck zur Hütte aufgestiegen sind. Wir folgen der Spur weiter durch jetzt steileres Gelände und als wir den Verbindungsweg erreichen ist es schon recht spät. Trotzdem legen wir die Rucksäcke ab und stapfen jetzt auch noch die restlichen Höhenmeter hinauf zum Kareck.

Dort oben haben wir einen atemberaubenden Ausblick Richtung Wetterstein und Ammergauer Alpen. Wir steigen wieder zu unserem Rucksackdepot und jetzt müssen wir nur noch hinüber zur Hütte queren. Der AV-Schlüssel passt und so haben wir für die Nacht ein sicheres Dach über dem Kopf. Die Hütte bietet einen Ofen und ein Stockbett für 5 Personen, alles in allem sehr gemütlich das ganze. Wir feuern den Ofen an, nachdem wir einige der letzen knorrigen Holzscheite mit der arg stupfen Axt gespalten haben und schmelzen erst einmal Schnee für einen Tee. Nach einer Weile geht die Türe auf und zwei weitere Wanderer treten ein und sind begeistert, dass sie heute hier übernachten können und nicht wie geplant im Freien biwakieren müssen. Nach einem deftigen Eintopf und einem letzten Blick auf den Sonnenuntergang heißt es für alle ab in die Schlafsäcke und Gute Nacht.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com.


Krottenkopf und Abstieg 06.05.2016

Der nächste Tag startet mit einem wunderschönen Sonnenaufgang, der Blick nach Norden zu Benediktenwand und Guffert weiß zu überzeugen. Es ist schon fantastisch so früh am Morgen am Berg in einer so exponierten Lage zu sein. Die Stimmung ist gut und wir beschließen unser Frühstück auf dem Gipfel des Krottenkopfs einzunehmen. Wir packen also unser Vesper ein und beginnen mit dem Aufstieg zum höchsten Berg der bayrischen Voralpen. Nach 20 Minuten sind wir bereits am Gipfel und lassen es uns in der Morgensonne schmecken. Es werden Bilder und Selfies in alle Richtungen erstellt und wir lassen uns im Anschluss auch mit dem Abstieg Zeit.
Wieder am Winterraum angekommen fegen wir noch einmal durch die Bude und machen "Klar Schiff", bevor wir unsere Sachen packen und uns an den Abstieg machen.

Inzwischen ist der Hüttenwirt mit Kollegen eingetroffen um die Hütte für die Eröffnung in der nächsten Woche flott zu machen. Wir nehmen jetzt den direkten Weg hinab ins Kar und bald schon lassen wir den letzten Schnee hinter uns. Zunächst gehen wir auf unserem Aufstiegsweg von gestern bergab, an der Abzweigung geht es dann aber Richtung Süden in Richtung Esterbergalm. Dort setzen wir unsere Rucksäcke ab und trinken an diesem beliebten Ausflugsziel eine kühle Schorle.
Fast möchte man den ganzen Tag hier bleiben, aber schließlich packen wir doch wieder zusammen und machen uns an den Abstieg Richtung Garmisch. Es geht erst noch recht eben vorwärts, allerdings wird es ab dem Sattel zwischen Wank und Hohem Fricken steiler. Für uns im Abstieg nicht so das Problem, aber einige Biker, die sich hier herauf mühen kommen ganz schön ins schwitzen.

Es sei denn man ist mit Akku-Power unterwegs, dann geht das auch hier recht flott...
Auf der rechten Seite bieten sich jetzt Blicke zum Kramer und zur Notkarpsitze und geradeaus zeigt sich immer wieder das Wettersteingebirge mit dem noch sehr winterlichen Gebirgszug von der Alpsitze bis zur Zugspitze. Dort wird es noch einige Tage dauern, bis man ohne Ski unterwegs sein kann. Unser Weg quert bald die Wankbahn und bald sind wir auch an der Talstation angelangt und somit in Garmisch angekommen. Wir checken die anstehenden Zugverbindungen und gehen flotten Schrittes zum Bahnhof, wo wir in den schon wartenden Zug Richtung München einsteigen können.
Die Rückfahrt mit der Bahn funktioniert ohne Probleme und so endet unser zweitägiges Bergabenteuer am frühen Freitagabend an unserm Ausgangspunkt in Aschaffenburg.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com.


Fazit

Eine tolle Tour zu einem gemütlichen Winterraum mit superklasse Wetter und grandiosen Aussichten. Vom Zeitpunkt und den Verhältnissen absolut top, die Hütte war gut zu erreichen und es gab dennoch winterliche Ausblicke ins nahe Wettersteingebirge. Die An- und Abreise hat bis auf die Verzögerung in Treuchtlingen auch wieder geklappt, auch bei den aktuellen Spritpreisen ist das Bayernticket auf dieser Strecke unschlagbar. Das Estergebirge an sich ist ein kleines aber feines Gebiet, in dem wir mit Hohem Fricken und Bischof noch Gipfel für einen weiteren Besuch offen gelassen haben. Man braucht ja schließlich einen Grund um zurückzukehren ;-)


Die Bilder gibt es bei www.23hq.com oder ein paar direkt hier:

Bitte den Hinweis zu unseren Tourenberichten beachten!


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