31.05.2009

Auf dem Mainwanderweg von Wertheim nach Lohr

Mit der Strecke von Wertheim nach Lohr hat am heutigen Pfingstsonntag die Begehung des Mainwanderwegs seine Fortsetzung gefunden, ich habe praktisch nahtlos an unsere letzte Tour Miltenberg - Wertheim angeknüpft. Los geht es schon in aller Frühe, da die Anreise bis Wertheim mit dem Zug geplant ist und der Fahrplan feiertags nicht allzuviele Möglichkeiten bietet. So geht schon um 6:10 Uhr der Wecker und ich schlurfe bald die wenigen Meter bis zum Bahnhof Aschaffenburg Süd.

Der Zug nimmt mich pünktlich um kurz vor sieben Uhr auf und die Fahrt kann beginnen. Dachte ich noch vor Fahrtantritt ich könnte vielleicht noch eine Runde schlafen, um noch ein wenig Energie zu tanken, muss ich leider jetzt feststellen, dass dies heute wohl nicht möglich sein wird. Zunächst hält mich ein weiterer Fahrgast wach, der es auf dem Heimweg vom Vorabend mit reichlich Restalkohol für eine gute Idee hält, ohne Fahrschein zu fahren. Die Schaffnerin ist anderer Meinung und so muss erst mal die Lage geklärt und die fällige Strafe kassiert werden. Als weitere Highlights auf der folgenden Fahrt tauchen später noch grölende Fußballfans auf, die zum Relegations-Spiel des 1. FC Nürnberg fahren und eine Family mit Fahrrädern, die mit der Schaffnerin fachsimpelt wie wohl die Räder am besten aufgestellt sind...

Aber irgendwann ist selbst die aufregendste Zugfahrt vorüber und ich springe um 8:25 Uhr in Wertheim aus dem Zug. Ohne Verzögeung durchquere ich jetzt Wertheim und halte erst auf der Mainbrücke nach Kreuzwertheim kurz inne, um zurück auf die Burg Wertheim zu blicken.

Auf der anderen Mainseite würde der Mainwanderweg jetzt nach links in die Ortschaft führen und einen Bogen an den Hängen des Mains schlagen. Ich entschließe mich aber dazu auf den ersten Metern die direkte Strecke auf dem Radweg am Main entlang nach rechts zu gehen. Nach ca. 2 km vereinigen sich die Wege dann wieder und ich folge von nun an dem altbekannten blauen M auf weißem Grund. Bald biegt der Weg in den Wald ein, es sind ein paar Höhenmeter zu bewältigen und jetzt führt der weitere Weg wie an der Schnur gezogenen gerade durch den südlichen Spessart.

Als ich bei Rettersheim wieder aus dem Wald trete, habe ich schon 7 km zurückgelegt und nach dem Marsch durch das Dorf unterquere ich um 9:50 Uhr die A3, um im Anschluss weiter über die Felder zu marschieren. Jetzt führt der Weg teilweise auch auf schmalen Pfaden durch brusthohes Gras. Oberhalb von Triefenstein geht es dann aber wieder auf ordentlichen Wegen durch den Wald und um 10:30 mache ich eine erste 5-minütige Trinkpause. Weiter geht es bis ich um 11:05 Uhr in Eichenfürst auf eine Teerstraße treffe und mich bald auf dem Weg nach Glasofen auf dem Hügel beim Golfplatz wiederfinde. Während ich weiterlaufe kann ich einigen Golfspielern beim Üben und den Fähnchen auf dem Grün im Wind zuschauen.

Um 11:30 Uhr durchquere ich Glasofen und eine Viertelstunde später lasse ich Marienbrunn hinter mir, um den Hügel zu überwinden, der mich noch vom Hafenlohrtal trennt. Gegen 12:15 Uhr komme ich schließlich in Windheim an und mache auf einer Bank an der Hafenlohr meine Vesperpause. 20 Minuten später rappele ich mich wieder auf und es geht weiter. Das jetzt folgende Wegstück kenne ich schon von einer Mountainbike-Tour durch das Hafenlohrtal aus dem letzten November. Es sind jetzt ca. 100 steile Höhenmeter auf die Anhöhe bei Bergrothenfels zu bewältigen. Als Belohnung für die Anstrengung in der Mittagssonne wartet dann aber auch der Blick auf die Burg Rothenfels auf mich.

Da ich den Weg zur Burg vom Radeln schon kenne, entschließe ich mich, den Mainwanderweg wieder kurz zu verlassen und steige um 13:00 Uhr hinab nach Rothenfels. Hier erwartet mich die Hauptstraße mit der Bayer-Bräu-Brauerei und die historische Altstadt mit sehenswerten Fachwerkhäusern.

Als ich den Ort verlasse, muss ich logischerweis wieder an Höhe gewinnen, um auf den Mainwanderweg zu treffen. Ich nehme zunächst den gepflasterten Weg hinauf Richtung Burg, halte mich dann aber parallel zum Main geradeaus und bald lacht mich auch wieder das blaue M an.

Nach fast 30 Kilometern und einer weiteren kurzen Pause treffe ich dann um 14:15 Uhr in Neustadt am Main ein. Der jetzt folgende Anstieg wieder hinauf in den Spessart hat es in sich, es sind immerhin 300 Höhenmeter auf ca. 1,5 Kilometern zurückzulegen. Zwischendurch bleibt Zeit, den mit der Höhe interessanter werdenden Blick über das Maintal zu studieren.

So langsam machen sich die Kilometer in den Gelenken bemerkbar und so ist, nachdem ich den Margarethenhof passiert habe, um 15:20 Uhr noch einmal eine kleine Vesperpause fällig. Nach einer Viertelstunde geht es weiter und ich bin froh, als ich um 16:15 Uhr bei Kilometer 37 aus dem Wald trete und endlich Lohr erblicken kann.

Jetzt geht es nur noch bergab und bald komme ich in Lohr an, gehe durch die Altstadt, am Schloss vorbei hinunter zum Main, wo ich auf einer Bank eine letzte ordentliche Pause einlege und dem Treiben am Ufer und den Schiffen zuschaue.

Die letzten Meter zum Bahnhof stellen dann kein größeres Problem mehr dar und als ich auf dem Bahnsteig Platz nehme, habe ich die 40 Kilometer-Marke überschritten. Die Zugfahrt zurück nach AB gestaltet sich wesentlich ereignisloser als noch am frühen Morgen und so komme ich ohne Zwischenfälle zu Hause an, wo ich mich zum Relaxen bald in die Badewanne lege und gegen später erschöpft ins Bett falle.

Auf meiner Tour habe ich heute in insgesamt 8:35 h und 7:30 h reiner Gehzeit eine Strecke von ca. 40,8 km mit ca. 1070 Höhenmetern bewältigt.

Den aufgezeichneten Track gibt es bei www.wandermap.net, mehr Bilder sind bei www.23hq.com zu finden oder direkt hier:

Bitte den Hinweis zu unseren Tourenberichten beachten!


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